Niemand fragt sich freiwillig, was aus seinem Geld geworden wäre, wenn er anders entschieden hätte. Es ist eine unangenehme Frage. Aber sie ist auch die einzige, die zukünftige Entscheidungen wirklich kalibriert. Dieser Rechner stellt sie klar, ohne Vorwurf, ohne Empfehlung, einfach mit Zahlen.
Was Sie sehen
Sie geben einen Betrag ein und einen Zeitraum. Wir zeigen, was aus diesem Betrag in jeder der wichtigsten Anlageklassen geworden wäre: Bargeld unter dem Kopfkissen (also Inflation-deflationiert mit dem Verbraucherpreisindex von Destatis), durchschnittliches Tagesgeld (Bundesbank-Daten), deutscher Wohnimmobilienindex (Destatis), Gold und Silber (Bundesbank), und die großen Indizes: MSCI World, DAX, S&P 500, FTSE 100. Jede Linie ist real, jede Quelle ist verlinkt.
Was die Daten zeigen
Drei Beobachtungen, die fast immer zutreffen, wenn man weit genug zurückblickt:
Bargeld verliert. Über jeden Zeitraum von mehr als fünf Jahren seit 2000 hat reine Geldhaltung real verloren, nicht in Schritten, sondern stetig. Der Verlust ist unsichtbar, weil die nominale Zahl auf dem Konto gleich bleibt. Real ist das eine der teuersten Entscheidungen.
Tagesgeld liegt knapp über dem Strich, manchmal darunter. In den Niedrigzinsjahren 2014–2022 lag der durchschnittliche Tagesgeldzins unter der Inflation. Real eine Verlustanlage. Heute, bei 1,3 % Zins und 2,9 % Inflation: noch immer real negativ.
Breit gestreute Aktien gewinnen, mit Schwankungen. Der MSCI World hat seit 2000 in Euro real rund 5–6 % pro Jahr abgeworfen. Das beinhaltet die Dotcom-Krise, die Finanzkrise 2008, den COVID-Crash 2020 und die Inflationsdelle 2022. Die Schwankungen sind real, der Trend ist eindeutig.
Was der Rechner nicht ist
Keine Anlageempfehlung. Keine Prognose. Vergangenheitsdaten haben den bekannten Schönheitsfehler, dass die Zukunft anders aussehen wird, wir wissen nur nicht wie. Was historische Daten leisten: sie kalibrieren Erwartungen. Wer denkt, sein Tagesgeld sei sicher, kann hier sehen, was real passiert ist. Wer Angst vor Aktien hat, kann sehen, ob die Schwankung in der Vergangenheit ihre Rendite gerechtfertigt hat.
Steuern auf Kapitalerträge (Abgeltungssteuer 25 % plus Soli plus ggf. Kirchensteuer) sind in den Vergleichswerten nicht abgezogen, wir vergleichen Bruttoperformance, weil steuerliche Situationen individuell sind. Bei realer Anlage ziehen rund 26–28 % vom Kursgewinn ab.