Zinseszins ist das wichtigste Finanzkonzept, das die meisten Menschen nie formell lernen. Einstein soll ihn das achte Weltwunder genannt haben. Wahrscheinlich hat er das nicht gesagt, aber der Spruch hält sich, weil die Idee tatsächlich seltsam ist: eine Zahl kann mit einer Rate wachsen, die selbst wächst, und der Langfristeffekt ist nichtlinear, auf eine Weise, die menschliche Intuition schlecht erfassen kann.
Was der Rechner tut
Ein Startbetrag, ein Jahreszins, ein Zeithorizont. Im Hintergrund wird täglich verzinst, weil echte Tagesgeldkonten und echte Kreditkarten genau so funktionieren. Sie geben den Zinssatz so ein, wie er weltweit zitiert wird (jährlich, z. B. "18 % effektiver Jahreszins" oder "5 % Rendite"), und der Rechner macht die tägliche Verzinsung im Hintergrund. Was Sie sehen, ist das, was Sie tatsächlich am Ende hätten oder schulden würden, nicht eine vereinfachte Jahresrechnung.
Das Diagramm zeigt zwei Linien: was Ihr Geld mit Zinseszins macht (durchgezogene Linie, grün bei Ersparnissen, rot bei Schulden) und was es ohne machen würde (gestrichelte Linie, das Anfangskapital stillstehend). Der Abstand zwischen beiden ist der Zinseszinseffekt. Bei niedrigen Zinsen und kurzen Horizonten ist der Abstand kaum sichtbar. Bei höheren Zinsen oder längeren Horizonten dominiert er das Diagramm.
Warum beide Richtungen wichtig sind
Dieselbe Mathematik, die Ersparnisse wachsen lässt, lässt Schulden wachsen. Ein Kreditkartensaldo von 10.000 € bei 18 % Zinsen, ohne Tilgung, wird nach sechs Jahren zu 27.000 € und nach zwölf Jahren zu 71.000 €. Die meisten, die Kreditkartenschulden haben, merken nicht, dass das passiert; die monatliche Mindestrate verschleiert die Steigung der Kurve.
Die Sparrichtung ist vertrauter, aber nicht weniger überraschend. 10.000 € zu 7 % Rendite über 30 Jahre werden zu 76.000 €, und drei Viertel davon sind Zinsen, nicht Eigenleistung. Das erste Jahrzehnt sieht langsam aus. Das letzte sieht dramatisch aus. Genau das macht Zinseszins: leise anfangen, laut enden.
Was dieser Rechner bewusst weglässt
Keine monatlichen Einzahlungen, keine Steuern, keine Inflationskorrektur, keine Wahl der Zinsperiode. Jedes davon spielt in echter Finanzplanung eine echte Rolle, aber jedes einzelne hinzuzufügen verwandelt das Werkzeug von einem Lehrmittel in einen Prognoserechner, und die Botschaft geht in den Eingaben unter.
Für echte Planung nehmen Sie einen Rechner, der diese Dinge berücksichtigt. Um zu verstehen, was Zinseszins grundsätzlich ist, ignorieren Sie alles außer Startbetrag, Zinssatz und Zeit. Deshalb fragt dieser Rechner nur nach diesen dreien.