Inflation ist die leiseste Steuer. Sie steht auf keinem Kontoauszug und auf keiner Lohnabrechnung. Sie senkt einfach, jeden Monat, das was Ihr Geld noch kann — während die nominale Zahl auf dem Konto oder dem Rentenbescheid gleich bleibt. Das macht sie leicht zu übersehen und leicht zu unterschätzen. Dieser Rechner stellt eine Zahl der anderen gegenüber, damit die Lücke sichtbar wird.
Zwei Fragen, ein Motor
Ihre Rente. Die meisten Renten werden indexiert, ganz oder teilweise, aber die Anpassung liegt oft unter der Headline-Inflation. Die gesetzliche Rente in Deutschland wird über eine Formel angepasst, die Lohnentwicklung und einen Nachhaltigkeitsfaktor enthält — in Schockjahren wie 2022 lag sie deutlich unter der Inflation. Private Renten und alte feste Versorgungen werden oft gar nicht angepasst. So oder so: der Rechner zeigt Ihnen, wie viel reale Kaufkraft seit Rentenbeginn verloren oder gehalten wurde.
Ihre Ersparnisse. Geld auf einem Girokonto oder einem Tagesgeldkonto mit niedrigem Zinssatz verliert Kaufkraft in Höhe der Inflation. Wenn Sie Zinsen erhalten haben, gleichen die einen Teil aus — selten alles. Schalten Sie „Mit Zinsen rechnen“ ein, geben Sie Ihren durchschnittlichen Zinssatz ein, und der Rechner zeigt die reale Rendite nach Inflation: für Bargeld-Ersparnisse der letzten Jahre meist negativ, gegeben dem Schub 2022-23.
Wie das Ergebnis zu lesen ist
Die drei Werte unter dem Verdikt sind die Bausteine. Inflation im selben Zeitraum ist die kumulierte CPI für Ihr Land — aus Destatis für DE, ONS für UK, BLS für US und der jeweiligen Statistikbehörde für die übrigen sechs Länder. Ihre nominale Veränderung ist das, was Ihr Geld in absoluten Zahlen gemacht hat. Real ist die Differenz, und das ist die einzige Zahl, die Ihnen sagt, ob Ihr Geld am Ende mehr oder weniger kaufen kann als am Anfang.
Für Rentenempfänger mit einer fixen Auszahlung, die sich nicht bewegt hat, steht bei der nominalen Veränderung 0 %, und der reale Verlust entspricht der kumulierten Inflation. Für Ersparnisse ohne Zinsen dasselbe. Der Schockwert liegt darin, was das in absoluten Geldbeträgen ausmacht: 19 % realer Verlust auf eine Rente von 1.500 € sind 285 € verlorene Kaufkraft pro Monat — jeden Monat.
Was er nicht macht
Das ist eine Prüfung, keine Prognose. Der Rechner schaut zurück auf die CPI zwischen zwei Daten, die Sie angeben. Er projiziert keine zukünftige Inflation, simuliert kein Sequenz-Risiko bei Ersparnissen und modelliert nicht die steuerliche Behandlung von Renteneinkommen. Das sind tiefergehende Fragen für einen Berater. Die Zahl hier ist der erste ehrliche Blick: Wo stehen Sie gerade.
Quellen: Destatis (DE), Statistik Austria (AT), BFS (CH), INSEE (FR), INE (ES), ISTAT (IT), ONS (UK), BLS (US), Statistics Canada (CA). Quartalsweise aktualisiert.